Folgende workshops werden auf unserer Tagung angeboten:

 

#1 „Homo ludens – (Un)Bekanntes (neu) entdecken”

Josephine Bauer,  Stephanie Schmidt und Angelika Weber

Der Workshop nähert sich dem Thema Stadtführung aus einer spielerischen und individuellen Perspektive. Ist eine traditionelle Stadtführung noch als „zeitgemäß“ zu betrachten oder sollte man Städte lieber anders erkunden? In diesem Workshop lassen wir euch zwei Arten der ludischen Stadtentdeckung durchleben und auf ihre Tauglichkeit prüfen. Gegenstand wird das von der Stadt selbst angebotene „Schnapp-Hans-Spiel“ und ein von der Geocachinggemeinde entwickelter Stadt-Cache sein. In diesem Sinne: „Let’s play!“ P.S. Wer sich dafür interessiert und ein GPS-Gerät zuhause hat, bringt das bitte mit!

 

 

#2 “Was sehen die Ohren? – Die akustische Wahrnehmung der Welt”

Markus Hirsch und Kersten Kottnik

Wir beobachten und stellen Betrachtungen an, wir visualisieren und beleuchten Sachverhalte. Unsere Wahrnehmung scheint häufig rein auf die optische Komponente beschränkt zu sein. In diesem Workshop wollen wir uns jedoch der akustischen Ebene widmen, wollen erfahren was der Schall zur Raumwahrnehmung/Raumkonstruktion beiträgt und wollen uns, sowohl praktisch als auch theoretisch,  mit der Wirkung auditiver Phänomene auseinandersetzen.

Hierfür werden wir uns mit Hilfe von Hörbeispielen einen Eindruck von der emotionalen Kraft unterschiedlicher Geräusche machen und bei einem Hörspaziergang die Stadt aus einer anderen Perspektive kennenlernen.

 

#3 “Geschichte vor Ort”

Ulrike Weber

Ziehe über Los und klicke auf den Auslöser deiner Kamera, begebe dich nicht direkt ins Gefängnis, sondern über Umwege und erkunde die vielfältige Denkmallandschaft von Jena.
Füttere die Bank mit Fotos auf denen du deinen ganz persönlichen Blickwinkel einbringst und betrete Straßennamen, die selbst gestandenen Jenensern unbekannt sind.
Hier geht es nicht darum Hotels zu bauen, sondern ein neues Jena mit direkten Blick auf seine Denkmäler in den unmöglichsten Situationen und Orten, zu erstellen, dies soll das Ziel dieses Workshops sein.

 

#4 “Das Wandern ist des….”

Florian Schütz

Es gibt in unserer Sprache viele Begriffe für die Fortbewegung zu Fuß. Wandern, wallen, wandeln, bummeln, flanieren, promenieren, spazieren, laufen, gehen, hetzen, rennen, sprinten, joggen … und schließlich noch den Terminus Technikum der „Promenadologie“. Jeder von ihnen hat aber eine eigene Bedeutung und drückt im Detail etwas anderes aus. Doch nicht alle Bedeutungen sind universell. Sie variieren im historischen und individuellen Kontext. Mit leichter kulturhistorischer Theorie zum erleben der Natur zu Fuß im Gepäck, wollen wir uns auf etwa 10 km lange Wahrnehmungsspaziergänge rund um Jena herum aufmachen. Spazieren oder Wandern wir? Durch Natur oder Kulturlandschaften? Ist das nun geistige oder körperliche Arbeit oder gar Freizeit?
Da dies alles eine Frage der Perspektive ist, bringt bitte wenn möglich, eure (digitalen) Kameras mit, damit wir die Impressionen festhalten und gemeinsam auswerten können. Die Berge um Jena erreichen bis zu 400m und sind teils felsig und steil, es gilt bis zu 170 Höhenmeter zu überwinden, dazu kommt die Hitze im Sommer oder (hoffentlich nicht) schlechtes Wetter. Achtet also auf angemessene Kleidung und vergesst nicht, was ihr noch für wichtig erachtet.

 

#5 “KörperBilder = KörperGegensätze”

Tina Schüssler

Wir begeben uns auf eine visuell ansprechende Reise in das frühe 20. Jahrhundert, tauchen in die weite Welt der Aktfotografie ein, bewegen uns zwischen den Gegensatzpaaren Kunst und Pornografie, zwischen Schönheit und Hässlichkeit, zwischen dem „eigenen“ und dem „fremden“ Körper. Ganz nebenbei entdecken wir den Körper in der Kulturwissenschaft aufs Neue, ziehen Parallelen zwischen gestern und heute und bündeln alles in einem kreativen Endprodukt.”
Eine Exkursion in das Stadtmuseum Weimar mit anschließender Möglichkeit der Stadtbesichtigung ist geplant. Hin- und Rückfahrt per Bahn kosten 6,50 Euro.

#6 Phönix aus der Asche – „kuwinet 2.0“

Sven Thalmann und Ingo Weidig

Die Idee einer Neuauflage bzw. Revitalisierung des stillgelegten KuWiNets wurde letztes Jahr in Innsbruck beschlossen und ist leider bisher nicht umgesetzt. Ziel ist die Erstellung einer unkomplizierten Online- und Informationsplattform für die Studierenden der Volkskunde/ Europäische Ethnologie/ Kulturanthropologie und Empirischen Kulturwissenschaften, die von den Fachschaftsvertretungen bzw. Fachschaftsinitiativen betreut und ausgebaut werden kann. Neben der Vernetzung sollen die Zusammenarbeit und der Austausch über die Studierendentreffen hinaus unter den Studierenden und Fachschaftsvertretungen der verschiedenen Institute, Bereiche oder Lehrstühle im Fokus stehen.

Neben der Frage des Internet als Alltagsmedium und Arbeitsmittel, wollen wir gemeinsam der Frage nachgehen, inwieweit der virtuelle Raum Platz für Präsentationen oder auch als Forschungsfeld bietet.

60-Hertzvertäglichkeit, eigene kreative Ideen und Teamfähigkeit sind zwingende Voraussetzungen und Kenntnisse in einer Officesuite oder besser HTML oder änlichem sind kein Nachteil für den Workshop ;) .

(Notwendiges bzw. eventuelles Bildmaterial solltet ihr bitte mitbringen!)

Die relevante Literatur gibt es rechttzeitig oder vor Ort.

Das Gegensatzpaar real vs. virtuell soll am Beispiel kuwinet 2.0 umgesetzt werden.

#7 “Das empirische Kochbuch”

Jasmin Beer

Essen ist nicht nur ein Grundbedürfnis und ein Aspekt mit dem wir uns jeden Tag auseinandersetzen müssen, sondern auch ein kleines Ereignis. Aber auch ein Thema bei dem sich die Geschmäcker scheiden. Mutti kocht von allen am besten, aber wieso? Welche Rolle spielt das traditionelle Essen mit der Familie? Was hat uns in unseren Speiseplan geprägt?

Wir wollen Geschmackserinnerungen sammeln, Essgewohnheiten analysieren und regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten finden – nicht nur in Jena und Thüringen, sondern in ganz Deutschland und vielleicht darüber hinaus.

Am Ende soll nicht nur ein einfaches Kochbuch stehen, sondern eine Sammlung von Rezepten, Meinungen und Erkenntnissen. Bon appetit!

 

#8 “Kunst im öffentlichen Raum”

Stefanie Meisgeier und Christin Siebeck

Von Paul Klee bis Stella hat die kleine Universitätsstadt Jena an der Saale künstlerisch so einiges zu bieten. Kunst liegt bei uns quasi mitten auf der Straße.

Doch wie erkennen wir Kunst, wenn es sich dabei  nicht um ein Bild hinter einer Glaswand oder einer Skulptur in einer Vitrine handelt?

Der Workshop beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Kunst an öffentlichen Platzen und mitten in den Straßen und ermöglicht so eine neue Sichtweise auf eine fremde Stadt.

Die Workshop-Mitglieder sollen nach kurzer Einführung und Vorstellung zunächst selbstständig die Innenstadt Jenas von Markt bis zum Uni-Campus erkunden und Eindrücke sowie Informationen sammeln. Hierzu ist es von Vorteil mit Digitalkamera, sowie ganz Old-School-mäßig mit Block und Bleistift gerüstet zu sein, um nicht nur die möglichen Objekte einzufangen, sondern vielleicht auch spontane Befragungen der hoffentlich kenntnisreichen Jenenser durchzuführen, ganz in volkskundiger Manier.

Anschließend werden die Teilnehmer in ihren Gruppen und schließlich vor dem Workshop ihre Ergebnisse präsentieren und diese zur Diskussion freigeben.

In der zweiten Runde begeben wir uns auf einen kunsthistorischen Stadtrundgang, hier geht es nun ein wenig sortierter und orientiert zu. Wir suchen die interessantesten und wichtigsten Kunstwerke noch einmal auf und bei hoffentlich gutem Wetter, werden diese direkt vor Ort besprochen und darüber diskutiert.

Wir werden gemeinsam erarbeiten was uns an dem jeweiligen Objekt interessiert und warum genau dieses Werk oder dieser Platz für uns künstlerisch wertvoll ist. So lenken wir unsere Wahrnehmung in eine neue Bahn und stellen uns gleichzeitig die Frage: Warum nehmen wir etwas als Kunst war?

 

#9 “Abfall - Ab wann sind Dinge Müll?”

Peter Looschelders und Wolfgang Vogel

Der Sperrmüll in Jena ist zentral organisiert. Alle halbe Jahre starten die Müllvolkskfeste an denen die Haufen durchwühlt werden. Professionelle Mülljäger und Laien wetteifern um die besten und wertvollsten Stücke. Ab wann ist Müll auch wirklich Müll, kann er wieder aufgewertet werden? – Recycling ist dabei das Stichwort. Der workshop soll jedoch keine Besprechung der örtlichen Umweltschützer werden. Wir wollen uns viel mehr mit dem Müll und seinem Status beschäftigen. Welche Rolle spielt er in unserer Kultur? Welche anderswo? Wenn wir Glück haben,findet im Zeitraum der Tagung eine Abholung statt. Im Feld könnten wir dann den Umgang der Menschen beobachten und analysieren.

 

#10 “Emotional Turn”

Michael Rahnfeld und Michael Volosinovszki

Emotion und Verstand bilden zwei Seiten einer Medaille.

Im Bereich der Forschung und Wissenschaft werden beide jedoch strikt voneinander getrennt. Alte Geister behaupten sogar, dass Emotionen innerhalb des universitären Mikrokosmoses nichts zu suchen hätten, doch wir werden diesen Ansichten trotzen. Mit Herz (und Verstand) wird der Versuch gemacht, sich dem Text auf praktische Art und Weise zu nähern. Ziel ist es die hermetische Abriegelung der Vernunft zu durchbrechen.

Leute, Sagt uns was ihr fühlt!

 

#11 Handwerk – Kopfwerk – Kunstwerk?

Marika Levien

In diesem Workshop steht das photographische Essay als Instrument, Methode und Präsentationsweise im Mittelpunkt. Gegenstand dieser Form der journalistisch-dokumentarisch-künstlerischen Auseinandersetzung mit einem Thema sind die Orte und Menschen der handwerklichen Arbeit und des geistigen Produzierens. Was macht Handwerk heute aus? Wo und wie arbeiten Menschen mit Gedanken, Wissen und Ideen? Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es?

Wenn vorhanden, bringt eure eigenen Digitalkameras mit!

 

#12 Fensterplatz – Studentische Zeitschrift für Kulturforschung

Redaktionsgruppe fensterplatz

Die Zeitschrift „Fensterplatz ist ein studentisches Projekt, das im Zusammenhang mit dem dgv-Studierendentreffen (2008 in Kiel) entstanden ist. Ziel ist es, Inhalte und Themen studentischer Forschung in einem Rahmen zu publizieren, der über die Grenzen der Institute hinausreicht und damit den Zugang für eine breitere Öffentlichkeit ermöglicht. Seit dem letzten Jahr ist viel passiert: Die erste Ausgabe zum Thema „Krise – Kulturwissenschaftliche Perspektiven“ ist im letzten Herbst erschienen. Der Call for papers „Die Straße“ ist im Anschluss rausgegangen und die Beiträge noch zahlreicher als beim Aufruf eingesendet  worden. Nun soll zur dgv-Hochschultagung im September 2010  die zweite Ausgabe erscheinen.

Habt ihr Interesse, in dieses studentische Projekt längerfristig einzusteigen und euch in der  Redaktionsarbeit auszuprobieren? Dann schaut euch doch einmal an, was wir bisher gemacht haben und schnuppert rein! Auf dem Workshop des diesjährigen Studierendentreffen wollen wir zum einen die aktuelle Ausgabe weiter vorbereiten und uns zum anderen Gedanken über die weitere Entwicklung des Projekts machen. Dazu gehört auch, die dritte Ausgabe von „Fensterplatz“ (2011)  zu planen: Aufgaben müssen verteilt und der nächste CfP formuliert werden. Es gibt also viel zu tun. Wir hoffen auf viele Interessierte und freuen uns auf Euch!

 

#13 Bewegte – Unbewegte Orte - Ein Aktionsworkshop”

Ulrike Posch und Laura Weber

Jede Stadt hat belebte/ unbelebte, laute/ leise, schnelle/ langsame Orte und Plätze. Was passiert dort? Welche Begegnungen finden statt und welche Kommunikationsformen lassen sich beobachten? Die Straßenbahn in Jena wird zum Untersuchungsobjekt. Sei dabei und entdecke eine Stadt in Bewegung!

 

 

 


 

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